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Wenn das Leben still wird – Wege im Umgang mit Trauer

  • Autorenbild: S j
    S j
  • 12. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Als psychologische Beraterin begegne ich dem Thema Trauer in meiner Arbeit sehr häufig und doch ist jede Trauer einzigartig. Sie folgt keinem festen Zeitplan, keiner klaren Abfolge, auch wenn klassische Trauerphasen eine Orientierung bieten können, gibt es kein: „So sollte es sein“. Trauer ist so individuell wie der Mensch, der trauert.


Wenn ein geliebter Mensch stirbt

Der Tod eines nahestehenden Menschen reisst oft den Boden unter den Füssen weg. Nichts bereitet uns darauf vor, jemanden für immer zu verlieren. Viele Betroffene berichten von einem Gefühl der Unwirklichkeit, als würde die Welt weiterlaufen, während die eigene stehen bleibt.

In dieser Form der Trauer mischen sich häufig tiefe Sehnsucht, Schmerz, Liebe und manchmal auch offene oder unausgesprochene Gefühle. Besonders schwer kann es sein, wenn Worte ungesagt geblieben sind oder der Abschied plötzlich kam. Dann tauchen nicht selten Schuldfragen oder ein ständiges „Was wäre wenn?“ auf.

Trauer um einen verstorbenen Menschen bedeutet nicht, loszulassen im Sinne von vergessen. Vielmehr geht es darum, die Beziehung innerlich neu zu gestalten. Erinnerungen, innere Gespräche, Rituale oder das bewusste Gedenken können helfen, dem Verstorbenen einen neuen, stillen Platz im eigenen Leben zu geben – einen Platz, der mit der Zeit weniger schmerzt und mehr von Liebe getragen ist.

 

Trauer hat viele Gesichter

Oft verbinden wir Trauer ausschliesslich mit dem Verlust eines geliebten Menschen. Doch Trauer kann viele Ursachen haben: das Ende einer Beziehung, der Verlust der Gesundheit, ein unerfüllter Kinderwunsch, der Abschied von einem Lebensabschnitt oder auch der Verlust von Sicherheit und Zukunftsplänen. All diese Erfahrungen können tiefe Trauer auslösen – und jede davon ist berechtigt.

Trauer zeigt sich nicht nur in Tränen. Sie kann sich auch äussern als innere Leere, Wut, Schuldgefühle, Angst, Erschöpfung oder körperliche Beschwerden. Manche Menschen ziehen sich zurück, andere funktionieren scheinbar weiter, als wäre nichts geschehen. Beides kann Teil des Trauerprozesses sein.

 

 Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ in der Trauer

Ein Satz, den ich meinen Klientinnen und Klienten immer wieder mitgebe, lautet: Sie dürfen so trauern, wie es für Sie stimmig ist. Gesellschaftliche Erwartungen wie „Du musst stark sein“ oder „Nach einem Jahr sollte es vorbei sein“ können zusätzlichen Druck erzeugen und den Heilungsprozess erschweren.

Trauer verläuft in Wellen. Es gibt Tage, an denen der Schmerz überwältigend ist, und andere, an denen wieder Leichtigkeit spürbar wird – manchmal sogar Schuldgefühle, weil man lacht oder sich freut. Auch das gehört dazu. Freude schliesst Trauer nicht aus und umgekehrt.


Was in der Trauer helfen kann

Trauer lässt sich nicht „bewältigen“ im Sinne von wegmachen. Aber sie lässt sich begleiten. Einige hilfreiche Ansätze können sein:


  • Gefühle zulassen: Alles darf da sein – auch widersprüchliche Emotionen.

  • Darüber sprechen: Mit vertrauten Menschen oder in einem geschützten, professionellen Rahmen.

  • Rituale finden: Abschiedsbriefe, Kerzen, Erinnerungsorte oder kleine persönliche Rituale können Halt geben.

  • Den eigenen Rhythmus achten: Pausen, Rückzug und Selbstfürsorge sind kein Zeichen von Schwäche.

  • Geduld mit sich selbst: Trauer braucht Zeit – und diese Zeit ist bei jedem Menschen unterschiedlich.


Wann Unterstützung sinnvoll ist

Manchmal wird Trauer so schwer, dass sie den Alltag dauerhaft blockiert oder das Gefühl entsteht, darin festzustecken. In solchen Phasen kann professionelle Begleitung sehr entlastend sein. Ein geschützter Raum, in dem alles ausgesprochen werden darf, kann helfen, den eigenen Weg durch die Trauer zu finden – ohne bewertet oder gedrängt zu werden.


Ein persönliches Schlusswort

Trauer entsteht dort, wo eine tiefe Verbindung bestanden hat. Sie zeigt, dass etwas oder jemand von grosser Bedeutung war. Auch wenn es sich oft nicht so anfühlt: In der Trauer liegt die Möglichkeit, sich selbst auf einer tiefen Ebene zu begegnen und langfristig neue innere Stärke zu entwickeln.

Wenn Sie sich gerade in einer Trauerphase befinden, möchte ich Ihnen sagen: Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen. Es ist in Ordnung, sich Unterstützung zu holen – und es ist in Ordnung, Schritt für Schritt zu gehen.


Herzlichst, Sereina

 

 
 
 

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